Kann Ziegenmilch eine Alternative bei einer Kuhmilch-Allergie sein?

Wer Kuhmilcheiweiß nicht verträgt, muss ausser bei der Milch auch beim Verzehr von Milchprodukten wie Sahne, Quark, Joghurt, Käse und Eis Vorsicht walten lassen. Auch herkömmliche Säuglingsmilch kann unverträglich sein. Das gilt sowohl für adaptierte als auch teiladaptierte Nahrung.

αS1-Casein und β-Lactoglobulin sind zwei Proteine, die eine Unverträglichkeit verursachen können. Der Gehalt an αS1-Casein liegt in Ziegenmilch bedeutend niedriger. Insbesondere in der Milch von Saanenziegen liegt er um etwa 15 Prozent unter dem von Kuhmilch. Die Milch von Bambinchen und Golden Goat stammt von neuseeländischen Saanenziegen.

Ziegenvollmilch enthält etwa gleich viele Molkenproteine wie Kuhmilch. Jedoch in einer günstigeren Zusammensetzung mit weniger β-Lactoglobulin. Die Widerstandsfähigkeit eines Proteins gegenüber der Verdauung ist dabei besonders zu beachten. Denn es ist bekannt, dass das β-Lactoglobulin der Kuhmilch erheblich schwerer verdaulich ist als das der Ziegenmilch. Kuhmilch weist damit ein höheres Allergiepotenzial auf.

Säuglingsnahrung auf Basis von Kuhmilch ist meist noch zusätzlich mit Molkenprotein angereichert. So sollen Proteinqualität und Verfügbarkeit der Aminosäuren verbessert werden.
Das Eiweiß in Säuglingsmilchnahrung aus naturbelassener Ziegenvollmilch besteht nur etwa zu 35 Prozent aus den Eiweißen αS1-Casein und β-Lactoglobulin. Säuglingsmilch aus Kuhmilch jedoch zum Teil aus mehr als 60 Prozent.

Die Verdaulichkeit von Ziegenmilchprotein ist besser – innerhalb von 30 Minuten wird dreimal mehr verdaut als Kuhmilchprotein.

Ziegenmilchprodukte können daher eine Alternative sein, wenn eine Unverträglichkeit von Kuhmilcheiweiß oder Sojaeiweiß befürchtet wird oder vorhanden ist.